Nach der Wirbelsturmkatastrophe in 2008 hatten wir in der Gemeinde Kani sukzessive das gesamte Waisenhaus mit Wohnheim, Küche, Eßsaal, Wasserversorgung, Duschräumen, Toiletten und Senkgrube wiederaufgebaut. Für die Nicht-Studierenden wurde noch eine Schlosserei Lehrwerkstatt eingerichtet. Die 110 Waisenkinder besuchen die örtliche Gemeindeschule unweit des Waisenhauses. Kani liegt im Deltagebiet des mächtigen Ayeyarwady Flusses und wird in der Monsunzeit von heftigen Regenfällen heimgesucht. Die Bevölkerung ist überwiegend in der Landwirtschaft und Fischerei tätig. Der Ort liegt nur wenige Kilometer vom offenen Meer, dem Golf von Bengalen.

Schon damals fiel uns das baufällige Gebäude der Gemeindeschule, in dem während der Monsunzeit schon einmal das Wasser in den Klassenräumen stand, auf. Zusammen mit BILD hilft e.V. „Ein Herz für Kinder“ konnten wir 2016 ein neues Schulgebäude für 590 Mädchen und Jungen fertig stellen. Die Gemeindeschule umfasst Grund-, Mittel- und Oberschule; sie führt also bis zum Abitur, das dann zum Studium an einer Universität berechtigt. Zwanzig Lehrer unterrichten hier Kinder aus Kani, den umliegenden Dörfern und unsere Waisenkinder.

Für die 11 Klassen verfügte die Schule damals aber nur über 8 Klassenzimmer, so dass Jahrgänge zusammengelegt bzw. der Unterricht bis in die späten Abendstunden ausgedehnt werden musste. Trotz der widrigen Umstände gelang es den Lehrern, ihren Schülerinnen und Schüler von Jahr zu Jahr eine hochqualitative Ausbildung zu geben. In der Provinz Ayeyarwady weist die Kani Gemeindeschule die besten Abiturergebnisse aller Schulen auf und übertrifft damit noch die Schulen in der Provinzhauptstadt Pyapon. So haben in der letzten nationalen Abiturprüfung 16 von 27 Schülerinnen und Schülern das Abitur bestanden; diese Erfolgsrate von nahezu 60% liegt fast doppelt so hoch wie der nationale Durchschnitt von 30%. Ein erstaunlicher Erfolg für eine Gemeindeschule auf dem Land.

Im Juni 2016 haben die 590 Kinder ihr neues, zweistöckiges Schulgebäude in Massivbauweise, das sie auch vor Überschwemmungen und Erdbeben schützen wird, bezogen. Das neue Gebäude umfasst 12 Klassenräume und ein Lehrerzimmer. Auch haben wir eine Wasserversorgung und neue Toiletten mit Senkgrube angelegt. Zum Beginn der Trockenzeit, Ende Oktober, wurde dann das Gelände um die Schule herum aufgeschüttet. Alle diese Maßnahmen waren nur dank der Unterstützung unserer Spender möglich.

Rundbrief Juli 2016